Sozialkürzungen, steigende Arbeitslosenzahlen sowie zunehmende Kinder-, Jugend- und Frauenarmut – oftmals sogar trotz Erwerbstätigkeit.
Immer mehr Menschen in Österreich sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Nach den aktuellen Daten von Statistik Austria waren 2025 rund 1.699.000 Menschen (18,8 Prozent der Bevölkerung) in einer solchen Lage – das sind ganze 170.000 Personen mehr als noch 2024 (16,9 Prozent). Besonders betroffen sind Arbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit niedriger Bildung sowie Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft.
Als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gilt, wer in einem Haushalt lebt, der unter 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat, nur geringfügig am Erwerbsleben teilnimmt oder von erheblichen materiellen und sozialen Benachteiligungen betroffen ist. Häufig kommt vom rechten Eck der Vorwurf: „Selbst schuld, buggeln gehen!“ Die Tatsache, dass etwa 361.000 Menschen – mehr als ein Fünftel aller von Armut bedrohten Personen – als „Working Poor“ gelten, wird bewusst ignoriert. Dies fügt sich nicht in das politische Kalkül der schwarz-pinken sowie blau-braunen Hasstiraden ein.
Frauen tragen dabei eine überproportionale Last dieser Krise. Gleichzeitig sind 411.000 Kinder und Jugendliche entweder armuts- oder ausgrenzungsgefährdet – ein dramatischer Anstieg um 81.000 im Vergleich zum Vorjahr. Armut ist also längst keine Randerscheinung mehr, sondern betrifft auch die jüngste Generation massiv.
Doch eine nachhaltige Lösung scheint weit entfernt. Der Druck auf die unteren Einkommensschichten erhöht sich: Die Teuerung schlägt wieder zu und weitere Sparpakete werden geschnürt. Die vollständige Anrechnung des Arbeitslosengeldes soll vor allem die ohnehin prekären Einkommen weiter belasten. Familienleistungen drohen gekürzt zu werden, während auch der Arbeitsmarkt wenig Hoffnung bietet.
Lohndumping und steigende Arbeitslosigkeit prägen die Lage – laut AMS-Daten betrifft dies im April besonders Frauen, etwa im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Ironischerweise herrscht in diesen Bereichen gleichzeitig ein akuter Personalmangel. Aber offenbar stehen wirtschaftliche Profite über den Bedürfnissen der Menschen und der Sicherung von Arbeitsplätzen.
Bei den Reichen und Superreichen wird weiterhin nicht gespart – diese österreichischen „Dagoberts“ können ihre Geldspeicher nach Belieben füllen, ohne dabei solidarisch zur Gesellschaft beitragen zu müssen. Deshalb ist es an der Zeit: Eine Vermögenssteuer muss eingeführt werden! Jede und jeder kann sich dieser Forderung anschließen. Der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) hat dazu eine parlamentarische Bürger:inneninitiative ins Leben gerufen. Das Unterstützungsformular ist unter folgendem Link verfügbar: https://www.glb.at/jetzt/ zu finden.
