Zwei Wohnsitze: einen in Österreich und einen in Ungarn. Das lädt zum Vergleichen ein. Und manchmal zeigt sich dabei besonders deutlich, wie unterschiedlich Politik trotz ähnlicher Voraussetzungen sein kann.
Beide Länder haben einen rechtskonservativen Regierungschef: Österreich Christian Stocker, Ungarn Péter Magyar. Doch schon bei den Mehrheitsverhältnissen gehen die Wege auseinander. Stocker regiert in einer Koalition mit SPÖ und NEOS, Magyar verfügt über eine absolute Mehrheit.
Noch deutlicher unterscheiden sich die politischen Stoßrichtungen: In Österreich stehen Pensionsraub und Sozialabbau auf dem Programm. In Ungarn dagegen geht es um Vermögensbesteuerung und eine Verfünffachung der Mindestpension. Wobei man ehrlicherweise dazu gesagt muss: Diese Erhöhung erfolgt von einem sehr bescheidenen Ausgangsniveau aus. Trotzdem bleibt die Richtung eine andere.
Feiertage: In einem Land unter Druck, beim Nachbarn einer mehr
Auch an den gesetzlichen Feiertagen gibt es zunächst eine Gemeinsamkeit: Österreich und Ungarn haben jeweils 13. Doch der Umgang damit könnte unterschiedlicher kaum sein.
In Österreich geraten Feiertage zunehmend unter Druck. Der 8. Dezember wurde für den Handel bereits aufgeweicht. Handelsangestellte müssen an diesem Tag arbeiten – natürlich freiwillig, heißt es. Wie freiwillig das im Arbeitsalltag tatsächlich ist, darf man durchaus hinterfragen. Nun hat auch der niederösterreichische Präsident der Industriellenvereinigung eine Diskussion über die Abschaffung von zwei Feiertagen angestoßen.
In Ungarn wurde dagegen zeitgleich im Parlament einstimmig beschlossen, einen 14. Feiertag einzuführen: den 24. Dezember. Bereits heuer müssen die Geschäfte auch an diesem Tag geschlossen bleiben.
