In Sachsen-Anhalt, genauer gesagt in Schnellroda, befindet sich das Anwesen von Götz Kubitschek, das als Zentrum des Rechtsextremismus gilt. Dort sind auch der Verlag Antaios und ein Medienhaus angesiedelt, die ebenfalls von Kubitschek betrieben werden. Das Anwesen fungiert als Netzwerk für Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD), Neonazis, der Identitären und der Neuen Rechten.
Dort veranstaltete Kubitschek ein „Sommerfest“, an dem das Who is Who des Rechtsextremismus teilnahm. Einige der mehr als hundert Rechtsaußen-Gäste maskierten sich mit Gesichtsverhüllungen und Sturmhauben, während andere, wie der rechtsextreme Identitäre Martin Sellner, unvermummt auftraten. Auch die Jugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit, Melanie Mair, war anwesend, in Begleitung von Innsbrucker FPÖ-Gemeinderat und Klubdirektor Fabian Walch sowie seiner Ehefrau.
Walch war bereits zuvor durch seine Kontakte in diese Szene aufgefallen, etwa durch die Teilnahme an einem Seminar mit einem führenden Vertreter der Identitären Bewegung, Christoph Albert, bei der Burschenschaft Cruxia in Leoben. Seine Parteikollegen blieben indessen passiv. FPÖ-Landesparteisekretär Patrick Haslwanter bezeichnete Walchs Ausflug nach Sommerroda als „Privatreise“. Bemerkenswert ist, dass er noch vor wenigen Wochen den Landeshauptmann Anton Mattle kritisierte, weil dieser als “Privatperson” an einer Brennerautobahn-Demo teilgenommen hatte. Hier wie da gilt, die Grenze zwischen politischem Amt und privaten Teilnahmen an politischen Veranstaltungen ist unvollziehbar.
Es stellt sich die Frage, wie jemand mit solchen Ansichten, die dem antifaschistischen Grundkonsens und der österreichischen Verfassung widersprechen, ein politisches Amt führen kann. Ob Walch “von seiner Partei” dafür zur Rechenschaft gezogen wird, bleibt fraglich. Ihr Tiroler Landesparteisekretär Patrick Haslwanter hat ebenfalls eine rechtsgerichtete Vergangenheit und war sogar seinen RFJ-Umtrieben einst sogar de,damaligen FPÖ-Chef Hauser zu Rechts und wurde ausgeschlossen. Allerdings holte ihn der jetzige Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger als seinen Landesparteisekretär in den Schoß der FPÖ zurück.
Im Sinne des antifaschischischen Grundkonsens Österreichs und “Wehret den Anfängen” liegt es in der Verantwortung des Rechtsstaats, der Gemeinde, dem Land und der Zivilgesellschaft — also uns aller — dafür zu sorgen, dass rechtsextreme Kräfte nicht an entscheidenden Positionen in der Demokratie Einfluss nehmen können. Walch raus als von der Gemeinde finanzierter Klubdirektor und Walch raus dem Gemeinderat.
