Rot-weiß-rote Fremdenlegion als Antwort auf den Rekrutenmangel

Eine Fremdenlegion ist ein militärischer Verband, der überwiegend aus ausländischen Freiwilligen besteht. Zu den bekanntesten und zugleich geheimnisumwittertsten zählt die Légion étrangère, die französische Fremdenlegion. Sie ist ein eigenständiger Großverband des französischen Heeres. Nach fünf Jahren treuen Dienstes können ihre ausländischen Angehörigen die französische Staatsbürgerschaft beantragen. Bei einer Verwundung im Einsatz ist dies unter bestimmten Voraussetzungen auch früher möglich – nach dem Prinzip Français par le sang versé, also Franzose durch vergossenes Blut.

Ein ähnliches Modell scheint nun auch Erwin Hameseder, dem Milizbeauftragten und Vorsitzenden der Wehrdienstkommission, für Österreich vorschweben. Angesichts des zunehmenden Rüstungswahns und sinkender Rekrutenzahlen fehlt es dem Bundesheer an Personal – oder, zugespitzt formuliert, an Kanonenfutter. Hameseder will deshalb neue Wege bei der Personalgewinnung beschreiten.

Besonders großes Potenzial sieht er bei Männern mit Migrationshintergrund. Zur Diskussion stellt er einen freiwilligen Wehrdienst für ausländische Staatsangehörige, der mit einem erleichterten Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft verbunden werden könnte. Das Prinzip Autrichiens par le sang versé, also Österreich durch vergossenes Blut hat er (noch) nicht in Betracht bezogen.

Zugleich möchte Hameseder einer Entwicklung entgegenwirken, die er darin sieht, dass viele ihre Einbürgerung bewusst hinauszögern, um der Wehrpflicht zu entgehen. Deshalb schlägt er vor, die Altersgrenze für den Antritt des Grundwehr- und Zivildienstes von 35. auf das 40. Lebensjahr anzuheben. Damit soll seiner Auffassung nach deutlich werden, dass sich die staatsbürgerliche Dienstpflicht nicht durch eine spätere Einbürgerung umgehen lässt. Kritisch zugespitzt: Wer dazugehören will, soll sich auch der Pflicht, den Kopf hinzuhalten, nicht entziehen können.

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