Einschnitte bei den Pensionen stoßen auf breite Ablehnung: Für das Bundesbudget 2027/28 plant die Regierung ein Sparpaket in Höhe von 5,1 Milliarden Euro, wobei wieder die Pensionist:innen in die Pflicht genommen werden sollen.
Konkret ist vorgesehen, dass die Pensionen 2027 mit Ausnahme der Ausgleichszulage um 2,95 Prozent statt der 3,3 prozentigen Inflationsrate angepasst werden. Auch 2028 sollen die Pensionen um einen Viertel Prozentpunkt unter der Inflationsrate angehoben werden – insgesamt ein Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro.
Laut einer aktuellen Umfrage bleibt die Mehrheit der Bevölkerung skeptisch: 54 Prozent sprechen sich gegen Einschnitte aus und finden, die Pensionist:innen hätten bereits genug beigetragen. Auch innerhalb der Regierungskoalition gibt es Debatten. Während die Einschnitte als „moderater Beitrag“ zur Budgetsanierung verteidigt werden, sind gerade SPÖ-Anhänger:innen kritisch. Viele Befürworter:innen befinden sich vor allem bei Wähler:innen der NEOS (45 Prozent) und der ÖVP (43 Prozent).
Die Pensionist:innenorganisationen und der Seniorenrat lehnen die Kürzungen ab. Diese Haltung ist im Prinzip richtig, doch das reicht nicht aus. Es braucht aktiven Widerstand. Schließlich wäre es doch Aufgabe genau dieser Organisationen, wie dem Seniorenrat oder der Gewerkschaft, eine entsprechende Mobilisierung voranzutreiben.
Allerdings zeigt die Stellungnahme von Birgit Gerstorfer, der Präsidentin des SPÖ-nahen Pensionist:innenverbands und der Präsidentin des Senior:innenrats, eine defensive Position. Dort erklärte sie: „Wenn die Regierung kürzen will, muss sie selbst bestimmen, wer weniger bekommt. Wir mischen uns da nicht ein.“ Von echtem Widerstand ist das jedoch weit entfernt!
(erschienen in DIE ARBEIT 2/2026)
