Präsident Erwin Zangerl (ÖAAB) eröffnete seinen politischen Bericht auf ungewöhnliche Weise, indem er auf die 300 von der Bundesarbeiterkammer verteilten Schals anlässlich der Fußball-WM hinwies. Weiterführend legte er das Augenmerk in seinem gewohnten Stil auf die herrschende Vermögensverteilung, das Sparpaket, die steigenden Lebenshaltungskosten und die seiner Meinung nach ständige Klagehaltung der Wirtschaft. Besonders kritisierte er die Doppelmoral: Während bei der Lohntransparenzrichtlinie von überbordender Bürokratie die Rede sei, bleibe dieselbe Kritik bei Maßnahmen gegen die Bevölkerung aus.
NRAbg. Bernhard Höfer, (FSG) verkündete, dass auch ihm viele der bevorstehenden Belastungen missfallen würden. Allerdings seien die Konsequenzen der vorangegangenen Regierung, aber leider unvermeidlich. Offen blieb bei beiden, wie sie den verständlichen Unmut der Bevölkerung in spürbaren Widerstand umwandeln wollen.
Im weiteren Verlauf standen Rechnungsabschluss sowie 40 Anträge auf der Tagesordnung – vier davon von der Gewerkschaftlichen Linken. Der Antrag „Gewaltschutz in öffentlichen Verkehrsmitteln“, der ein umfassendes Sicherheitskonzept, verstärkte Schutzmaßnahmen, technische Anpassungen sowie eine Sensibilisierungskampagne für Respekt und Zivilcourage vorsieht, wurde einstimmig angenommen. Ebenso der Antrag zur „Wiederaufnahme der Osttirol-Nightliner-Linien“.
Der Vorschlag zur Einführung eines „AK-Klimaticket-Bonus“ für eine nachhaltige Mobilität wurde zur Weiterbehandlung an den Vorstand und der Antrag zu einem „Bildungsanspruch und rechtlicher Absicherung für Laienrichter:innen“ dem Ausschuss Arbeitsrecht weitergereicht.
Die Vollversammlung endete ähnlich ungewöhnlich, wie sie begonnen hatte. Präsident Zangerl verkündete den letzten Tagesordnungspunkt: Frittatensuppe, Cordon bleu oder Käsespätzle und als Nachspeise Alpen-Sachertorte.
