Kurzstreckenflüge sind aus ökologischer Sicht unsinnig, so das nicht gerade als links bekannt stehende Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO.
In der Debatte über die Fortsetzung der AUA-Flugverbindungen zwischen Wien-Innsbruck-Wien äußerte sich Daniela Kletzan-Slamanig, Ökonomin beim WIFO: “Angesichts der Tatsache, dass unsere CO2-Emissionen weiter steigen, wir Klimaziele einhalten müssen und bei Nichteinhaltung erhebliche budgetäre Konsequenzen drohen, sind Subventionen für den Flugverkehr, einem der am schnellsten wachsenden Ursachen des Treibhausgaseffekts, schwer nachvollziehbar.”
Ein Flug von Wien nach Innsbruck erzeugt im Vergleich zur Zugreise das zehn- bis fünfzehnfache an CO2-Emissionen, insbesondere durch die energieintensiven Start- und Landephasen. Die Bahn stellt bei nur geringfügig längerer Reisezeit eine echte Alternative dar, so die WIFO-Ökonomin.
Dass Flüge oft günstiger erscheinen als die Bahntarife, liegt daran, dass Kerosin nicht besteuert wird und für Inlandsflüge ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von 13 statt 20 Prozent gilt – eindeutige Bevorzugungen gegenüber anderen Mobilitätsformen und letztlich auch der Bahn.
Die Wirtschaft hingegen pocht auf die Fortführung der Flugverbindung Wien-Innsbruck-Wien. Tirols Wirtschaftslandesrat Mario Gerber (ÖVP) setzt sich seit Wochen dafür ein, dass diese Verbindung auch nach dem Winter erhalten bleibt – beispielsweise durch Finanzspritzen der öffentlichen Hand.
Wenn die Wirtschaft diese Flugverbindungen als so wichtig erachten, sollte sie selbst deren Fortbestand unterstützen. Die Wirtschaftskammer und die Tourismusgesellschaften verfügen über ausreichende Mittel. Denn der Großteil der Bevölkerung, also die Steuerzahler:innen, profitieren wenig bis gar nicht von diesem Flugverkehr. Ihnen bleibt neben den steuerlichen Belastung auch noch die klimaschädlichen und gesundheitlichen Auswirkungen.
