Kurzflüge sind umweltpolitischer Nonsens. Trotzdem fordert LH Mattle die Abschaffung der Flugabgabe. Nur, während Bahn- und Busunternehmen in das österreichische Steuersystem eingebunden sind profitiert der Flugverkehr von weitreichenden Steuerprivilegien. Besonders ins Gewicht fällt dabei das steuerfreie Kerosin.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich rund 460.000 Tonnen Kerosin steuerfrei getankt. Der Verkehrsclub Österreich, kurz VCÖ, beziffert die daraus resultierende indirekte Entlastung der Fluggesellschaften auf rund 220 Millionen Euro. Dem stehen laut Finanzministerium lediglich 73 Millionen Euro gegenüber, die im selben Zeitraum über die Flugabgabe eingenommen wurden. De Entlastung durch die fehlende Kerosinsteuer ist damit rund dreimal so hoch wie die geleistete Flugabgabe. Hinzu kommt dass grenzüberschreitende Flugtickets von der Umsatzsteuer befreit sind. Von einer benachteiligten Wettbewerbsverzerrung der Luftfahrt gegenüber Bahn und Bus kann unter diesen Bedingungen kaum die Rede sein.
Zu den steuerlichen Privilegien kommen die Umweltbelastungen. Gerade auf kurzen Strecken, für die gute Bahn- oder Busverbindungen bestehen, sind sie vermeidbar. Laut Umweltbundesamt verursachen Kurz- und Mittelstreckenflüge über Distanzen bis 1.000 Kilometer durchschnittlich 261 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer. Das ist rund fünfeinhalbmal so viel wie bei Reisebussen und sogar 31-mal so viel wie bei der Bahn.
(Der Leserbrief wurde am 7.11.2026 in der TT veröffentlicht)
