Wieder einmal herrscht Aufregung im Innsbrucker Gemeinderat – und wieder wurde sie von einem FPÖ-Mandatar ausgelöst: Bei seiner Angelobung hob FPÖ-Ersatzgemeinderat Mario Fauster die rechte Hand, wobei Daumen, Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt waren. Die meisten anderen Parteien erkannten darin den rechtsextremen Kühnengruß, die FPÖ hingegen lediglich eine gewöhnliche Schwurhand.
Dass es einen Unterschied zwischen einem Gelöbnis und einem Eid gibt, war dem FPÖ-Mandatar offenbar nicht bewusst. Religiöse Bekenntnisse oder eine Schwurhand sind beim Gelöbnis gegenüber beim Eid nicht vorgesehen. Eine Schwurhand bei der Angelobung wäre ebenso unangebracht.
Aber diese Erklärung ist offensichtlich ohnehin nur der Versuch, sich aus dem Vorwurf eines verbotenen Grußes und einer entsprechenden Anzeige herauszukommen. Und die Erklärung, lediglich drei Bier bestellen zu wollen, wie sie beim selben Gruß einst Strache bemühte, wäre bei einer Angelobung erst recht fehl am Platz gewesen.
Gedächtnislücken, Unwissenheit und nachträgliches Herausreden scheinen beinahe zur DNA freiheitlicher Mandatar:innen. Zur Erinnerung, der Tiroler FPÖ-Parteianführer Markus Abwerzger präsentierte sich in den sozialen Medien mit einer Burger-King-Krone, ohne angeblich den rechtsextremen Code dahinter zu kennen.
Die Tiroler FPÖ-Landtagsabgeordnete Gudrun Kofler wiederum versah einen Beitrag eines rechtsextremen US-amerikanischen Neonazi-Aktivisten, der ein White-Supremacy-Netzwerk gegründet hatte, mit einem “Gefällt mir” um sich später zu rechtfertigen den Post nur oberflächlich gelesen und das rechtsextreme Netzwerk nicht in ihrem Bewusstsein gehabt zu haben.
