Die neuesten Umfragedaten für Ungarn sind jetzt verfügbar. Peter Magyars Tisza hat im Vergleich zum Wahlergebnis der Parlamentswahl im April dieses Jahres einen leichten Rückgang der Stimmenanteile zu verzeichnen. Die Fidesz/KDNP von Orbán verliert sogar noch einmal mehr als ein Drittel an Stimmen zu seinem ohnehin schon schwachen Wahlergebnisses. Bei den Parteien links der Mitte bleibt das Ergebnis weiterhin bescheiden. Es gibt einen hohen Anteil an Befragten, die angeben, keine der Parteien unterstützen oder gar nicht wählen zu wollen.
Derzeit liegt die Partei Tisza bei 47 Prozent, während sie bei der Wahl im April noch 53,2 Prozent erreichte. Laut den Umfragedaten kann man Tisza weiterhin als eine Partei der urbanen Jugend und Studierenden betrachten. In Budapest erreicht sie einen Stimmenanteil von 56 Prozent, in Städten mit Kreisrechten 51 Prozent, bei den unter 40-Jährigen 52 Prozent und unter Absolventen und Studierenden sogar 62 Prozent.
Von diesem leichten Tisza-Rückgang profitiert der Wahlverlierer, die rechtspopulistische Fidesz/KDNP-Vereinigung unter Orbán, jedoch keineswegs. Während der Wahl hatten sie noch 38,6 Prozent der Stimmen erhalten, in der aktuellen Umfrage liegen sie nur noch bei 21 Prozent. Ein Teil der Verluste wird furchtbarerweise von der rechtsextremen Partei Unsere Heimat aufgefangen, die ihren Stimmenanteil auf 10 Prozent fast verdoppelt hat, verglichen mit den „nur“ 5,63 Prozent bei der Wahl.
Die übrigen Parteien, unabhängig davon, ob sie im April antraten oder nicht, werden in der Umfrage lediglich als „Andere“ geführt. Eine Erstarkung des Mitte-Links-Lagers ist derzeit leider noch erkennbar. Die ungarischen Parteien der Sozialdemokratie, Grünen, der sozialliberale Demokratische Koalition sowie der Europäischen Linken kommen zusammen auf lediglich fünf Prozent. Am deutlichsten erkennbar ist die Zunahme derjenigen, die derzeit keine der existierenden Parteien wählen würden. Der Anteil parteiloser Wähler liegt bei 18 Prozent, fast ein Fünftel aller Wahlberechtigten.
Ebenfalls bemerkbar ist die neue Unsicherheit bezüglich der Wahlbeteiligung. Während sie bei der Wahl noch bei 79 Prozent lag, würde sie auf 69 Prozent fallen, wenn die Wahl am Sonntag statt fände – besonders tief wäre dieser Einbruch in der jüngsten Altersgruppe. Lediglich 53 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, auf jeden Fall wählen zu wollen.
Das Ranking der beliebtesten Politiker führt weder Peter Magyar noch Viktor Orbán an. Umfragesieger ist Verkehrsminister Dávid Vitézy mit 52 Prozent Zustimmung. Ministerpräsident Peter Magyar ist bei knapp der Hälfte der Befragten beliebt (49 Prozent). Ehemaliger Ministerpräsident Viktor Orbán hingegen erreicht nur 31 Prozent positive Bewertungen und ist zugleich der am meisten abgelehnte Politiker Ungarns: 47 Prozent möchten ihn überhaupt nicht in einer bedeutenden Rolle sehen.
Quelle: Europon (Das Umlagesample liegt bei 2.100 Personen, die Fehlermarge bei 2,2 Prozent)
